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1552
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Im Zuge der
räuberischen Streifzüge des Markgrafen Albrecht Alkibiades
von Brandenburg-Kulmbach gegen die fränkischen und rheinischen
Bistümer müssen die Hainfelder zusammen mit Edesheim eine
Brandschatzung [Geld statt Niederbrennung der Häuser] von 1000
Talern zahlen.
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1561
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Errichtung des
Röhrenbrunnens vor dem alten Rathaus (16. Jh.), unterhalb der
„Gemeinen Herberge“, einem von der Gemeinde betriebenen Gasthaus, das
sich an der Stelle des früheren Schulhauses von 1755 befand (heute
„Am Dorfbrunnen“). Vom Meister des Hainfelder Röhrenbrunnens
stammt nach Ausweis des Steinmetzzeichens auch der Brunnenpfeiler von
1564 auf der Burg Neuscharfeneck.
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1584
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Am Mittwoch dem 19.
August 1584 findet eine Bestätigung („Erneuerung“) der bestehenden
Rechte des Fürstbischofs von Speyer als Ortsherrn
von Hainfeld und der Gemeinde Hainfeld statt.
Die beiden interessantesten ‚Paragraphen‘ regeln den freien Zuzug und
das Ausscheiden aus der Gemeinde sowie die Möglichkeit der
ungehinderten Verheiratung der Kinder nach auswärts in eine fremde
Herrschaft.
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1592
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Am Ende des 16.
Jahrhunderts erreicht die strafrechtliche Verfolgung von „Hexen“ in
unserer Gegend einen Höhepunkt, ohne dass in dieser Hinsicht ein
Unterschied zwischen katholischen und evangelischen Herrschaften
erkennbar wäre. so sind für die Zeit zwischen 1580 und 1617
aus den Ratsprotokollen der lutherischen Reichsstadt Landau besonders
zahlreiche Hexenprozesse nachweisbar. Etwa gleichzeitig (1592) wird im
fürstbischöflich-speyerischen Hainfeld Katharina, die Ehefrau
von Hans Schwab, angeklagt, das Kind der Offenbacher verzaubert zu
haben. Katharina Schwab wird als Hexe verbannt; Offenbacher erhebt
Anspruch auf ihr Vermögen zum Unterhalt des gelähmten Kindes
und erhält 100 Gulden aus dem Nachlass der Verurteilten.
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1595
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Während in der 2.
Hälfte des 16. Jahrhunderts die Juden aus den rheinischen
Städten und kurpfälzischen Orten vertrieben worden waren,
fanden sie in den ritterschaftlichen Dörfern und den Orten des
Hochstifts Speyer Aufnahme. 1595/96 baute sich in Hainfeld der Jude
Markus (Marx) ein stattliches Haus (Weinstraße
67) und trieb Weinhandel.
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1621
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Im Herbst des Jahres
kommt es zur Plünderung der zum Hochstift Speyer gehörigen
Dörfer am Haardtgebirge durch kurpfälzische um mit Kurpfalz
verbündete Truppen. Drei Jahre nach Ausbruch des
Dreißigjährigen Krieges (1618) beginnt damit auch für
Hainfeld eine Epoche kriegerischer Bedrückung und Verwüstung,
die – mit Unterbrechungen – sich bis ans Ende diese Jahrhunderts
hinziehen wird.
Zwar wird Hainfeld im
Dreißigjährigen Krieg nicht völlig entvölkert, wie
allein die Namen Hertel und Offenbacher zeigen, die vor
1618 und nach 1648 begegnen, doch scheinen die meisten der im Lagerbuch
von 1665 verzeichneten rund 60 Familiennamen gegenüber dem
Namensbestand der Vorkriegszeit neu hinzugekommen.
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1665
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Das Lagerbuch
[Vorläufer des Katasters] dieses Jahres verzeichnet für
Hainfeld 76 Wohnhäuser. Die alphabetische Namensliste der in
Hainfeld Ansässigen mit Grundbesitz ist – ebenso wie auch noch im
Lagerbuch von 1700 – nach dem Vornamen angeordnet, der – was kultur-
und namensgeschichtlich von einem gewissen Interesse ist –
offensichtlich immer noch als der „eigentliche“ Name seines
Trägers betrachtet wird. Erst ab 1730 sind die
Einwohnerverzeichnisse auf die Familiennamen abgestellt.
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1667
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Hainfeld zählt 216
Einwohner gegenüber 272 im Jahre 1530
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1673
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Der Krieg, den Ludwig
XIV. zur Eroberung der Niederlande führt (1672-1679), bezieht auch
die Pfalz indirekt mit in die Kampfhandlungen ein. Damals kamen die
Hainfelder zu ihrem Namen „Seselmörder“. Zum Jahr 1673 findet sich
im IX. Bande des Theatrum Europaeum (Frankfurt a.M. 1682) im 6. Kapitel
in einer Art Chronique scandaleuse unter der Überschrift
„Unterschiedliche böse und leichtfertige in diesem 73ten Jahre
verübte, theils auch abgestrafte Mord- Diebs- und andere
Schand-Thaten“ folgende Nachricht über Hainfeld:
„Zu Hainfeld am
Gebürg im Stifft Speyer seyn vier Französische Officirer ins
Wirtshaus kommen, welche um ihr Geld zu essen begehret, so sie auch
bekommen, die Bauern aber haben sie unversehens überfallen, und
ihnen die Hälse abgeschnitten.“
Das Massaker an den
französischen Offizieren scheint bereits die Folge kriegerischer
Drangsale gewesen zu sein. Doch erst jetzt erfahren die Hainfelder die
ganze Härte der militärischen Besatzung. Drei Hainfelder, so
die mündliche Dorfüberlieferung, seien standrechtlich
erschossen worden, und zwar an der Stelle, an der 1871 nach dem
deutsch-französischen Krieg die Sieges- und Friedenslinde
errichtet wurde. Vermutlich wurde schon damals und nicht erst im
Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688-1697) das Gasthaus der Gemeinde,
die „Gemeine Herberg“, wo die Offiziere ermordet worden waren, und
zahlreiche andere Häuser zerstört, und geriet auch das
Obergeschoß des Kirchturms in Mitleidenschaft, so daß es
1717/18 zusammen mit dem Turmhelm neu aufgebaut werden mußte.
Auch die Mittelmühle muss es damals hart getroffen haben. „Gantz
ruinirt und verderbt“ heißt es in einer Zustandsbeschreibung
von 1685. Daß es eine aufsehenerregende Strafaktion gab,
lässt sich aus den „abgestraften Mord-Taten“ schließen,
denen das Theatrum Europaeum das Hainfelder Geschehen zurechnet.
Die Protokolle des
Gemeindegerichts setzen von jetzt ab bis zum Jahre 1681 wieder aus –
ein Zeichen für schlimme Zeiten.
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1685
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Andreas Hagenbuch stiftet
eine Kapelle zu Ehren des Hl. Josef an der Straße nach Rhodt –
die Hainfelder Kapelle. Ein Jahr später wird sie vom Speyerer
Weihbischof konsekriert. Die ungewöhnliche Stiftung dürfte
mit den Schrecknissen des vergangenen Jahrzehnts in Verbindung stehen.

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1688
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Beginn des
Pfälzischen Erbfolgekrieges (bis 1697). Da mit dem Tod des
Kurfürsten Karl (1685) die regierende Linie des
kurpfälzischen Hauses Wittelsbach (Pfalz-Simmern) ausgestorben
ist, beanspruchte Ludwig XIV. große eile des pfälzischen
Gebietes für seinen Bruder Herzog Philipp von Orléans, der
mit Elisabeth Charlotte (Liselotte von der Pfalz), einer Schwester des
verstorbenen Kurfürsten, verheiratet war.
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1700
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Das Lagerbuch dieses
Jahres verzeichnet in Hainfeld nur noch 68 bewohnbare Häuser, eine
unmittelbare Folge der vorausgegangenen Kriegsjahre.
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1713
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Ende der Kampfhandlungen
des Spanischen Erbfolgekriegs (1701-1714) in unserer Gegend. Seitdem
rascher wirtschaftlicher Aufschwung Hainfelds, erkennbar an der
großen Zahl neuer Häuser, die in den folgenden Jahrzehnten
errichtet werden und das barocke Ortsbild Hainfelds bis heute
prägen.
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1730
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Die Eintragungen im
Lagerbuch, die sich auf den Zustand Hainfelds in diesem Jahr beziehen,
verzeichnen 113 bewohnbare Häuser – gegenüber dem Jahre 1700
ein Zuwachs um fast die Hälfte der damaligen Hauszahl.
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1793
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Nach der Hinrichtung des
französischen Königs Ludwig XIV.
am 21. Januar drangen preußische und österreichische Truppen
der antifranzösischen Koalition in die von französischen
Revolutionstruppen besetzte Pfalz ein. Im April 1793 verliefen die
preußischen Stellungen in unserer Gegend auf der Linie
Weyher-Rhodt-Hainfeld. die Hainfelder hatten für preußische
„Vorposten“ Verpflegung, Heu, Stroh, und Holz zu liefern. Als sich die
Preußen gegen Ende des Jahres zurückzogen, rückten
Franzosen in Hainfeld ein und mussten verproviantiert werden.
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1794
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Von den Kämpfen
zwischen Franzosen , Österreichern und Preußen am
Schänzel sowie zwischen Edenkoben und Edesheim wird auch Hainfeld
betroffen. Die Figuren der Kreuzigungsgruppe auf dem Kirchhof werden
umgestürzt, und vermutlich kam es damals auch zur Zerstörung
der Hainfelder Kapelle.
Von diesem Jahr an hat
Hainfeld bis 1796 – wie die anderen Ortschaften seiner Umgebung –
Geiseln stellen müssen, die in Landau in Gewahrsam waren („die in
Landau sitzenden Geissel“)
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1797
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Im Frieden von Campo
Formio tritt Österreich das linke Rheinufer an Frankreich ab. Mit
der Einführung der französischen Departement-Verwaltung kommt
Hainfeld zum Kanton Edenkoben im Arrondissement Speyer im Departement
Donnersberg (Hauptstadt Mainz).
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1801
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Im Frieden von
Lunéville werden die ehemals deutschen Gebiete links des Rheins
endgültig an Frankreich abgetreten. – Hainfeld zählt 599
Einwohner in 140 Wohnhäusern.
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1813
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Nach der
Völkerschlacht bei Leipzig (16.-19. Oktober) und dem Rückzug
Napoleons über den Rhein dringen die Verbündeten Heere
Preußens, Rußlands und Österreichs auf das linke
Rheinufer vor. Gegen Ende des Jahres sieht Hainfeld russische
Einquartierung.
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1814
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Im ersten Pariser Frieden
kommt der Kanton Edenkoben wieder unter deutsche Verwaltung (im
Unterschied zum Kanton Landau).
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1816
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Nach einer kurzen
Übergangszeit unter österreichischer Verwaltung werden in
einem österreichisch-bayerischen Vertrag vom 14. April die
linksrheinischen Gebiete, die heute die Pfalz bilden, zum 1.Mai d.J. an
das Königreich Bayern abgetreten. sie bilden dort den „Rheinkreis“
(seit 1838 „Pfalz“). die Hainfelder werden für 125 Jahre
„Rheinbayern“. Der Kanton Edenkoben kommt zur Kreisdirektion Landau.
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1818
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Die Kreisdirektion (seit
September 1816 Bezirksdirektion) Landau wird zum 1. April 1818 in drei
Landkommissariate aufgeteilt; Hainfeld kommt zum Landkommissariat
Landau (seit 19. April 1862 Bezirksamt, seit 1. Januar 1939 Landkreis).
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1823
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Aufteilung des
Waldbestandes der 3. Haingeraide auf die Gemeinden Edesheim, Hainfeld,
Rhodt und Weyher. einer der Initiatoren der Aufteilung ist der
Hainfelder Bürgermeister Georg Koch.
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1824
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MAXIMILIAN-JOSEPH KAPPEL GESTIFTET DURCH DIE
GEMEIND HAINFELD DEN 16TEN FEBRUAR 1824 - Anlässlich des
25jährigen Regierungsjubiläums des Königs Max I. Joseph
von Bayern bauen die Hainfelder ihre Kapelle aus dem Jahre 1685 wieder
auf.
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1826
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In der Revolutionszeit
hatten auch die Hainfelder ihre Glocken abliefern müssen. Die
erste neue Glocke mit einem Gewicht von 11 Zentnern trägt die
Inschrift. „Ich wurde gegossen in Frankenthal im Jahre 1826... Für
die Gemeinde Hainfeld.“ Im Jahre 1843 kam eine größere von
18 Zentnern („Angeschafft durch freiwillige Beiträge sämmtl.
Mitglieder der kath. Kirchengemeinde Hainfeld 1843, gegossen durch die
Gebrüder Lindemann in Zweibrücken“) und eine kleinere von 5
Zentnern (mit der gleichen Inschrift wie die größere und mit
Christus- und Muttergottesbild) hinzu.
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1835
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Um 1835 hat Hainfeld 898
Einwohner, seit 1801 ist die Gemeinde um rund die Hälfte gewachsen.
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1839
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In
diesem Jahr wurde die Anlegung des sog. Urkatasters für die
Gemeinde Hainfeld abgeschlossen. Die Gemarkung war zuvor erstmals
vermessen, der Besitzstand jedes Eigentümers festgelegt worden.
Jetzt wurde jeder zur Anerkennung des festgeschriebenen Besitzstandes
vorgeladen, zugleich musste er angeben, wie er zu seinem Eigentumsrecht
gekommen war.
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1860
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Eintragung des Pfarrers
Ludwig Schmitt im Pfarrgedenkbuch über die wirtschaftlichen
Verhältnisse in Hainfeld: „Bei dem gegenwärtigen Wohlstand
gibt es nicht viel Arme hier.“
Nachdem auf Drängen
der Regierung der Begräbnisplatz des Ortes vom Kirchhof an die
Stelle des heutigen Friedhofs erlegt worden war, erfolgte die
feierliche Einweihung durch Pfarrer Schmitt am 30. August 1860.
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1870
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Am 19. Juli, dem Tag der
Kriegserklärung Frankreichs an Preußen, versammelt sich der
Gemeinderat zur Wahl einer Einquartierungskommission und
beschließt die Einrichtung einer Sicherheitswache.
Am 25. Juli um 5 uhr
nachmittags erhält Hainfeld Einquartierungen eines
preußischen Infanteriebataillons mit 400 Mann und 13 Offizieren.
Der Kommandeur, ein Oberstleutnant, und einige andere Offiziere wohnen
im Pfarrhaus. Pfarrer Schmitt konstatiert mit Erleichterung und
Anerkennung, dass die Preußen zivilisierte Menschen sind („Alle
sehr artig“). Die Kosten für Quartier und Verpflegung, die
Hainfeld in diesen Wochen erbringen muss, belaufen sich auf 1200
Gulden, hinzu kommen 850 Gulden für „Vorspanns-Leistungen“. durch
Beschluss von 18. April 1871 übernimmt die Gemeindekasse diese
Beträge.
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1871
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Am 12. März wurde in
Hainfeld anlässlich der Beendigung des Krieges mit Frankreich wie
auch anderorts in Deutschland eine Sieges- und Friedensfeier
veranstaltet. am Vorabend um 5 Uhr pflanzte der Gemeinderat zum
Andenken an dieses Ereignis einen „Friedensbaum“. Dazu heißt es
im Sitzungsprotokoll dieses Tages: „Der Baum, eine Linde, steht nun in
Mitte des hiesigen Ortes an dem Eck, wo die Dorfgasse sich in die Kehr-
und Hohlgasse theilt, vor dem Hause PL.N.162, dermalen dem hiesigen
Winzer Thomas Hummel gehörig. Senkrecht unter dem Stamme des Bames wurde eine gut verpichtete und
versiegelte Flasche eingegraben, welche auf Papier geschrieben den
wesentlichen Inhalt gegenwärtigen Protokolls mit sämmtlichen
Unterschriften des damaligen Gemeindevorstandes enthält.“ Der
„wesentliche Inhalt“ lief darauf hinaus, dass Frankreich am 18. Juli
1870 „auf frivole Weise Deutschland einen
Krieg erklärt“ haben, „der eine solche Ausdehnung gewann und ein
solches Blutvergießen zu folge hatte, dass die Weltgeschichte
einen zweiten nicht aufzuweisen vermag“ und „dass Deutschland aus
demselben siegreich hervorging“.
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1881
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Hainfeld zählt 748
Einwohner.
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1884
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In seiner Sitzung am 4.
Mai beschließt der Gemeinderat die Verlegung der Polizeistunde
von 10 auf 11 Uhr abends, nachdem er sich mehrere Jahre lang
entschieden gegen eine solche Verlegung ausgesprochen hatte. Er
begründet seine neue Entscheidung damit,
„dass in sämmtlichen Nachbarsgemeinden die Polizeistunde
erst um 11 Uhr des abends beginnt; dass namentlich in den Sommermonaten
manchmal um 10 Uhr des Abends erst die Nacht beginnt; der Tag aber auf
dem Lande nicht zur Erholung, sondern zur Arbeit verwendet wird; dass
namentlich bei Abhaltung von Tanzmusik die Zeit bis 10 Uhr für das
tanzlustige Publikum doch etwas zu knapp zugemessen ist; dass
voraussichtlich sowohl bei wirten, wie bei Gästen die
späteren Polizeistunden weniger Übertretungen vorkommen.“
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1885
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Hainfeld zählt 786
Einwohner.
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1886
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„Heute (3. Juni) um 7 Uhr
morgens schlug der Blitz in den hiesigen Kirchthurm und zündete.
Der Thurm brannte ab bis an den Glockenstuhl.“ (Pfarrer J.B. Gehrig im
Pfarrgedenkbuch)
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1887
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„Am letzten Sonntage, als
am 5. lfd. Mts (Juni), hatten wir dahier ein Unwetter, wie es von
hiesigen Leuten noch nicht erlebt worden ist. Gegen 3 nachmittags zog
sich über dem Orte ein furchtbares Gewitter zusammen. Es folgte
Blitz und Donner auf Donner. Der Regen ergoß sich in
Strömen, so dass sämtliche Straßen überflutet
wurden. Doch glaubte man der Gefahr so ziemlich enthoben zu sein, als
sich plötzlich durch die Landauer Gasse eine Wassermasse
wälzte, die an Stärke und Wildheit einer jeden Beschreibung
spottete. Das Wasser drang in Keller, Höfe, untere
Wohnungsräume, riß Thüren und Thore ein und trat
überhaupt in solch verheerender Weise auf, dass man sich in
sintflutliche Zeiten versetzt glaubte. Nur mit Mühe und mitten
durch die reißenden Wogen hindurch konnte Vieh und Mobiliar
gerettet werden. in den Kellern schwammen Fässer von 4 – 5 Fuder
Gehalt umher. Der Schaden, den Private an Wiesen, Äckern und
Weinbergen erlitten haben, ist sehr groß. An den letzteren wurde
der Grund mit fort gerissen, so dass die Rebstöcke nur noch an
wenigen Würzelchen hängen; viele Weinberge aber wurden mit
Grund und Boden, Stock und Stein oder Holz geradezu fortgeschwemmt. Das
Gras in den Wiesen ist wie zusammengewälzt und teilweise mit
Schlamm und Geröll überdeckt, viele Gärten sind
verwüstet.“
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1888
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„In den Tagen von 18.
September bis 25. September weilte S. kgl. Hoheit der Prinzregent auf
der Villa Ludwigshöhe. Am Samstag, dem 22 September, hatten wir
das Glück, ihn hier durchzufahren zu sehen. Das Dorf war auf das
Schönste geschmückt. S. kgl. Hoheit hatte die Güte, am
Pfarrhaus einen Augenblick halten zu lassen und dem kath. Pfarrer
freundlichst die Hand zu geben.“ (Pfarrer Gehrig)
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1899
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Hainfeld erhält eine
Postagentur.
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1903
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Hainfeld erhält eine
zentrale Wasserleitung.
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1910
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In diesem Jahr
besaß Hainfeld nach Ausweis eines Aktenvorgangs im Besitz der
Pfalzwerke AG bereits elektrisches Licht. Das genaue Jahr der
Einrichtung ließ sich nicht mehr ermitteln. Die Anschlüsse
dürften aber, wie andere Ortschaften der Umgebung Hainfeld zeigen,
während des ersten Jahrzehnts dieses Jahrhunderts verlegt worden
sein.
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1913
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Im Januar 1913 wird die
Inbetriebnahme der elektrischen Oberlandbahn feierlich eröffnet.

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1914
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Zu Beginn des Ersten
Weltkriegs (1. August) gibt es in Hainfeld wie auch andernorts eine
Zivilschutzwache. – Die Notwendigkeit einer Festsetzung von
Lebensmittelhöchstpreisen wird vom Gemeinderat vorläufig noch
verneint.
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1917
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Die 1826/43 von der
Gemeinde angeschafften Glocken müssen erneut zum Einschmelzen
abgeliefert werden.
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1918
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„In Kaiserslautern sind
heute dreimal Flieger. Gestern Abend warfen sie auch Bomben in Neustadt
a/H und Hainfeld.“
(15.9.1918 Kriegstagebuch des Landauer Divisionspfarrers Dr. Anton
Foohs).
„Am 15. Dezember 1918
rückten Franzosen in Hainfeld ein. Es war Artillerie. Sie
blieben 6 Wochen.“ (Pfarrgedenkbuch)
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1921
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Hainfeld bekommt anstelle
der 1917 abgelieferten Glocken ein neues Geläut.
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1922
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Mit Rücksicht auf
die gute Finanzlage der Gemeinde wird einstimmig beschlossen, auf
Kosten der Gemeinde ein Schwesternhaus zu erbauen.
Hainfeld erhält
einen Sportplatz(„Spielplatz“): Der Deutschen Jugendkraft (DJK)
Hainfeld wird ein Platz in den Ausmaßen von 70 x 100 Metern
zugewiesen.
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1925
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Hainfeld erhält ein
ortseigenes Telefonnetz, das bis zu 30 Einzelanschlüsse
ermöglicht; doch kann gleichzeitig nicht mehr als ein Teilnehmer
telefonieren.
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1933
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Der Krieger- und
Militärverein Hainfeld veranstaltet am 24. und 25. Juni in
Verbindung mit seinem 40jährigen Stiftungsfest einen Heimattag.
Aus diesem Anlass erscheint ein „Heimatbuch“, dessen umfänglicher
erster Beitrag von Karl Lutz, dem damaligen Landauer Stadtarchivar,
erstmals eine zusammenhängende Darstellung der Geschichte
Hainfelds –wenn auch nur bis zum Ausgang des 16. Jahrhunderts –
enthält.
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1935
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Einführung der
„Deutschen Weinstraße“. In diesem Zusammenhang wird Greifswald
„Weinpatenstadt“ Hainfelds.
Die politische Situation
spitzt sich zu; auch die Kirche gerät zunehmend unter Druck. Dazu
Pfarrer Rub: „Die Beflaggung der Kirchen und Pfarrhäuser wird
staatlich angeordnet. Nach Einführung der Einheitsfahne
(Hakenkreuzfahne) muss mit dieser beflaggt werden. Die Anbringung der
Fahne auf dem Kirchturm besorgt die Gemeinde durch den Polizeidiner.“
Im folgenden Jahr (1936) müssen Hirtenbriefe, die gegen den
Kirchenkampf Stellung nehmen, den Pfarrern durch Geheimkuriere
zugestellt werden. Zum Jahreswechsel 1936/37 heißt es im
Pfarreibuch: „Das Jahr schließt im Kampf und Abwehr, das neue
Jahr beginnt mit Kampf und Abwehr.“
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1937
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Genau 50 Jahre nach dem
Unwetter vom 5. Juni 1887 geht am 11 Juni ein Wolkenbruch über dem
Modenbachtal nieder, der in Hainfeld und Umgebung zu einer
Überschwemmungskatastrophe von noch nicht gekanntem Ausmaß
führt. Im nahe gelegenen Schwimmbad der Edesheimer Siedlung
ertrinken in den Wassermassen zehn Mädchen aus Rhodt.
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1938
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Beginn der Regulierung
des Modenbachs.
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1945
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„Am 20. März morgens
9 Uhr fielen 2 Bomben am Eingang des Dorfes und zerstörten die
Oberlandbahn und die benachbarten Häuser. Der Luftdruck war so
gewaltig, dass er sogar in der Kirche die Fenster mehr oder weniger
beschädigte. Am 22. März kamen die ersten amerikanischen
Panzerspitzen in unser Dorf. Am Palmsonntag rückte eine ganze
Abteilung amerikanischer Panzer hier ein und blieb 3 Wochen in
Einquartierung.“ Die Amerikaner machen den nach Hainfeld evakuierten
Pfarrer Hefele aus Schaidt zum ersten Ortsbürgermeister nach dem
Kriege.
Im
April hat Hainfeld unter Plünderungen durch ehemalige russische
und ukrainische Kriegsgefangene, deren Lager sich in der Edesheimer
Siedlung befand, zu leiden. Am frühen Nachmittag des 14. April
kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen Russen und Hainfelder
Bürgern. Dabei wird ein Hainfelder getötet, ein weiterer
schwer verletzt.
„Zur Sicherung der
Bevölkerung kamen nun 40 Mann französischer Besatzung aus
Landau hierher, die im Schulhaus untergebracht sind. Die Ausgehzeiten
werden von 5-1/2 11 Uhr festgesetzt, das Radfahren gestattet. Eine
französische Fahne wird aufgerichtet: sie muss gegrüßt
werden.“ (Nach Pfarrer Rub)
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1946
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Aufgrund der ersten
demokratischen Gemeinderatswahlen nach dem Kriege am 15. September wird
Johannes Will zum 1. Bürgermeister, Jakob Hagenbuch zum 2.
Bürgermeister gewählt.
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1947
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Hainfeld kommt mit dem
Landkreis Landau zum neu gegründeten Land Rheinland-Pfalz das
durch Zusammenlegung der beiden bisherigen – von der französischen
Besatzungsmacht geschaffenen –Länder Rheinland-Hessen-Nassau und
Hessen-Pfalz zustande gekommen war.
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1948
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Hainfeld erhält
anstelle der 1942 abgelieferten Glocken ein neues Geläute, das
dritte innerhalb der letzten 125 Jahre. Die Glockenweihe findet am 27.
April statt.
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